Ich fühle mich großartig, wieder auf dem Weg zu sein. Es ist ein herrlicher Morgen, und schon bald warten die ersten Pflaumen darauf, meinen Magen von innen zu sehen. Freundlich, wie ich von Natur aus bin, gewähre ich ihnen diesen Wunsch selbstverständlich auf der Stelle.
Richtung Milleniumsdenkmal piepst mein Handy. Eine riesige und freudige Überraschung erreicht mich.
„Hallo Anika“, lese ich in der SMS. „Was sehe ich gerade? Du warst am 17. hier in Arnsdorf!!!“ Christian, mein Pilgerfreund aus Berlin, hat sich entschlossen, über seinen Geburtstag pilgern zu gehen. Nur wenige Tage liegen zwischen uns. Das ist kein Zufall, das ist die Magie des Pilgerns!
Geburtstagsgrüße schicke ich an diesem Tag auch meiner Stepptanzlehrerin und Freundin in die Slowakei. „Alles Gute“, rufe ich mit aller Kraft zwischen Kyrill und Method in den Osten. Eine bessere Symbolik kann es nicht geben. Denn der Tag, an dem die Brüder im 9. Jahrhundert in das slawische Reich kamen und später die Bibel ins Kirchenslawisch übersetzten, gilt in der Slowakei als Feiertag und fällt auf keinen anderen Tag als MEINEN Geburtstag.
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Kyrill und Anikathod
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In der Kirche von Storcha lasse ich meine Erinnerungen an Frankreich wieder aufleben. Durch Karen habe ich erfahren, wie schön das Gefühl ist, vor dem Altar laut zu singen. Ich gebe mich ganz der Musik hin und als ich verstumme, läuten die Glocken zur Mittagsstunde. GLAUBST DU AN MAGIE?
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Storcha
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Besonders schön verläuft der Weg nach Sankt Marienstern. Vor zwei Jahren war das Kloster meine Herberge, heute dient es mir nur als Raststätte. Es ist schön, beim zweiten Gehen eines Pilgerweges alte Traditionen und Erinnerungen aufleben zu lassen. Aber ich möchte auch Neues sehen und so laufe ich noch drei Kilometer weiter bis nach Dürrwicknitz, ein von mir persönlich deklariertes Herz der Sorben und damit der Slawen, zu denen ich eine immer tiefere Bindung aufbaue, seit ich slowakisch lerne.
Feierabend!
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Die Sagengestalt Krabat hat hier seine Spuren besonders tief hinterlassen. Nicht nur ein Krabat-Radwanderweg ist in der Gegend ausgeschildert, sondern auch im Innenhof der „Alten Herberge von Wěteńca“ sitzen die Raben der Schwarzen Mühle.
Rabenfreunde
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Passend lerne ich nach dem Abendessen Vokabeln und verwöhne dabei die Katze des Hauses mit Streicheleinheiten. Oder ist es sie, die mich durch ihre Anschmiegsamkeit und ihr weiches Fell verwöhnt?



