Sieben Pilgerstäbe, aus Norwegen, Polen und Slowenien, geschmückt mit Muscheln und bunten Bändern, getragen durch Europa bis nach Spanien, bis nach Santiago de Compostela, von zahlreichen verschiedenen Pilgern, über Grenzen hinweg, durch Regen, Sturm und Sonnenschein. Das ist die Pilgeraktion „Europa Compostela“ zum Heiligen Jahr 2010. Und ich war dabei.
„Wer kann eine oder mehrere Etappen den Pilgerstab nach Vacha tragen?“, fragt Esther Zeiher beim Herbergselterntreffen im März in die Runde.
‘Am liebsten komplett von Görlitz bis nach Vacha. Und am besten noch darüber hinaus nach Santiago’, denke ich. Doch ab April beginnt das neue Semester, wird mich das Studium wieder in Beschlag nehmen. Maximal ein Wochenende lang kann ich den Pilgerstab behüten.
„Esther, schreibst du mich für den 7. bis 9. Mai ein?“
Zwei Monate später sitze ich im Zug nach Bautzen. Ich schreibe Tagebuch, von meinen Sorgen und Dingen, die mich bedrücken. Der Studiumsalltag kostet Kraft und langsam muss ich mir auch Gedanken (wohl eher: Sorgen) machen, wie es nach meinem Abschluss beruflich weitergehen wird. Ich bin froh, für ein Wochenende Pilgerin sein und eine Auszeit von allem nehmen zu dürfen.
Mehrmals über den Tag und während der Fahrt klingelt mein Handy. Die Pilger erwarten mich, beschreiben mir den Weg zur Herberge. Als ich sie endlich erreiche, werde ich sogleich herzlich begrüßt und in die Gemeinschaft aufgenommen. Eine große Gemeinschaft, zu der eine Pilgerin aus Polen gehören, der Franzose Antoine, die Erfurterin Renate, Studentin Sonja, Bautznerin und Herbergsmutter Julia, Gröditzer und Herbergsvater Dietmar. Julia und Dietmar kenne ich bereits vom Herbergselterntreffen. Wir freuen uns besonders über das Treffen, bei der Begrüßung umarmen wir uns wie in einer Familie.
Wie in einer Familie.
Abschluss des Tages für die Pilger, die bereits unterwegs waren und Auftakt für Julia und mich, die wir heute dazustoßen, ist ein Gasthausbesuch am Abend. Wir trinken, essen, unterhalten uns, lachen, schauen uns die Stempel in den Pilgerausweisen an, lassen uns Geschichten erzählen, die bisher mit dem Pilgerstab erlebt wurden.
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In geselliger Runde
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Am nächsten Morgen sitzen wir alle in der Herberge am Tisch und frühstücken. Mit Gebet und Reisesegen nimmt Dietmar von uns Abschied. Gerührt berichtet er von der Staffelstabübergabe an der polnischen Grenze in Görlitz. Im „Goldenen Buch“, eine Blattsammlung mit Tagebuchaufzeichnungen, Gebeten, Schriften von Menschen am Wegrand und Fotos, klebt bereits ein Zeitungsartikel, der diesen Moment festhält. Schade, dass ich nicht dabei war.
Zu unserer Gruppe gesellt sich ein weiterer, wenn auch Pilger für das Wochenende. Sonjas Vater schließt sich für zwei Tage unserer Reise an. Mit Brot und süßem Gebäck starten wir unsere Etappe nach Sankt Marienstern. Noch ist es frisch, aber die Sonne und blauer Himmel stehen auf unserer Seite. Wir laufen gemeinsam, laufen allein, jeder unterhält sich einmal mit jedem.
Prächtig ist die Frühlingsnatur, die wir durchwandern. Tulpen, Flieder, Primeln- überall blüht es, überall grünt es. Auch mein lustiger Rucksack Frieder freut sich, wieder an der frischen Luft zu sein.
Frieder riecht am Flieder
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Bereits nach den wenigen ersten Kilometern treffen wir auf weitere Pilger. Die Saison 2010 hat begonnen, mehr und mehr Menschen begeben sich auf den Pilgerweg. Beinahe 12 oder gar mehr Pilger ziehen an diesem Samstag am Milleniumsdenkmal hinter Bautzen vorbei.
Pilger Antoine bewirtet uns mit süßen Pfannkuchen. Wir tanken neue Kraft und pilgern nach einem Foto mit Selbstauslöser weiter.
Am Milleniumsdenkmal
Ich bin stolz, Teil der Europa Compostela zu sein und den Pilgerstab zu tragen. Ein wunderschönes Exemplar, eine Seele, eine Verbindung zwischen verschiedenen Völkern, über Grenzen hinweg. Pilger, die den Stab bereits getragen haben, allein 700 Kilometer durch unser Nachbarland Polen, haben ihn mit Bändern und Muscheln geschmückt. Im gleichmäßigen Takt schlägt er auf den Boden, dazu läutet eine Muschel aus Metall eine pilgerische Melodie.
Dass es so schön sein kann, einen Pilgerstab bei sich zu haben! Noch nie hatte ich beim Pilgern einen Stock dabei. Ich empfand ihn nicht als nötig, eher als hinderlich. Als besonders in Frankreich mehrere Pilger auf mich einredeten, dass ich unbedingt einen Pilgerstab brauche und gar nicht mehr damit aufhören wollten, wurde ich trotzig wie ein kleines Kind. „Jetzt pilgere ich erst recht ohne Stecken!“
Nun kann ich mir das Laufen ohne den Staffelstab gar nicht mehr vorstellen.
Kein bloßer Stock- sondern eine Seele
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Während der Mittagspause telefonieren wir mit Esther. Ich freue mich, ihre Stimme zu hören, sie ist mir so sehr ans Herz gewachsen. Der von ihr wieder ins Leben gerufene Pilgerweg hat mein Leben verändert. Als Wegbetreuerin Teil des Vereines zu sein, ist weniger Aufgabe für mich, sondern viel mehr ein Geschenk. Seitdem erlebe ich den Weg ganz anders, nicht mehr nur als Pilgerin, sondern als Mitwirkende, als Teil der Vereins- und Herbergsfamilie. Alles bildet ein Netz, bildet eine Gesamtheit.
So nehme ich auch ganz selbstverständlich mit Julia eine Variante über Crostwitz zu Herbergsmutter und Pilgerin Monika. Sie habe ich ebenfalls beim Herbergselterntreffen kennengelernt und liebgewonnen. Monika ist heute selbst noch als Pilgerin unterwegs. Wenn sie am Abend nach Hause kommt, werden sie in der Herbergsküche Blumen und Wein erwarten, ein Geschenk von Julia.
Monikas Herberge ist nicht nur eine Herberge. Sie ist ein Zuhause. Schon die Begegnung mit der sorbischen Kultur erfüllt mein Herz, seit ich mich für die slawischen Länder interessiere. Aber das nicht allein. Wie ein geliebter Mensch seine Arme für jemanden offen hält, so hält auch die Herberge ihre Arme für mich offen, schließt sie um meinen Körper, wärmt mich, erfüllt mich mit Liebe und Geborgenheit.
Es geht nicht anders, ich muss noch einmal in Görlitz loslaufen, um Monika in ihrer Herberge zu besuchen. Denn heute müssen wir noch weiter zum Kloster in Panschwitz-Kuckau.
Putniska Hospoda
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Der, wenn auch schöne Weg streckt sich. Julia und ich sind langes Wandern nicht mehr gewöhnt, doch das Wesen des Pilgerns hält uns trotzdem bei Laune. Auch das Wetter ist noch immer herrlich. Geschafft, aber zufrieden erreichen wir am Nachmittag die Herberge. Antoine, Sonja und ihr Vater sind bereits da. Sofort beginnen die Pilgergespräche. Ich merke allerdings, dass mir nach ein wenig Ruhe zumute ist; Zeit, in der ich für mich allein bin und ein Weilchen dösen kann. In warmem Sonnenschein suche ich mir auf einer Wiese im Klosterpark einen Platz für ein Nickerchen im Schlafsack.
Zwei Stunden später kehre ich erholt zur Herberge zurück, dusche und schreibe in das „Goldene Buch“. Auf dem Hof schließe ich mich Jugendlichen beim Frisbeespielen an. Es ist einfach herrlich, sich zu bewegen und unter unbeschwerten Schülern zu sein. Als die runde Wurfscheibe zum zweiten Mal über die Mauer in den Klostergraben fliegt, verabschiede ich mich und helfe beim Abendbrot. Sonja bewirtet uns mit Tee, kocht Suppe und richtet einen Nudelsalat an. Langsam finden wir zum Abendbrot zusammen, da hält ein Auto vor der Tür.
Wer ist es, der aussteigt? Herbergsmutter und Pilgerin Monika aus Crostwitz! Die Wiedersehensfreude ist groß. Gleich mit drei Pilgern im Schlepptau und frischen Tomaten vergrößert sich die Runde. Kaum kennen sich die meisten länger als eine Stunde, und doch teilen und genießen wir das Essen, unterhalten uns, lachen und singen Pilgerhymnen: „Das Pilgern ist der Menschen Freud“ (analog zu „Das Wandern ist des Müllers Lust“) und auch meine Hymne präsentiere ich den Mitgliedern unserer „Familie“.
Pilgerfamilienabendbrot
Nur eine Pilgerin sitzt abseits. Unsere Aufforderung, sich mit zu uns an den Tisch zu setzen, wenigstens für einen Tee, wenn sie schon gegessen hat, lehnt sie ab. Still vergräbt sie sich mit einem Buch auf ihrer Liege. Sie fühlt sich unwohl, würde gern allein sein, unsere laute Gesellschaft empfindet sie als belastend. Schade, aber sicherlich wird es für ihr Verhalten Gründe geben.
Nach dem Essen werden wir zu Krankenschwestern und Beobachtern einer Operation. Eine von Monikas Pilgerinnen hat eine schlimme Blutblase am Fußballen. Der erfahrene und mit Erste-Hilfe-Material ausgestattete Antoine sagt, dass die Blase dringend aufgestochen werden muss. Ängstlich, aber vertrauend legt sich die Pilgerin auf die Liege. Julia hält ihre Hand. Die noch übrigen Pilger schauen zur Hälfte weg, die andere Hälfte platziert sich als Publikum. So auch ich.
Professionell wie ein Arzt versorgt Antoine die Wunde. Sticht die Blase auf, zieht einen Faden durch, damit das Blut abfließen kann, desinfiziert und klebt Pflaster über die Wunde. Ich übernehme den Part der Dolmetscherin und übersetze der Pilgerin, dass sie den Verband zwei Tage lang nicht abnehmen darf.
Der Tag neigt sich dem Ende. Monika und ihre Pilger fahren zurück nach Crostwitz, wir machen uns bettfertig. Ich amüsiere mich über Antoine, der in seinen knallroten Schlafsack eingemummelt wie ein Weihnachtsmann aussieht und stelle mir vor, wie schön es wäre, eines Tages mit eigenen Kindern pilgern zu gehen. Jedes Kind hätte seinen eigenen kleinen Rucksack, natürlich bekommen diese Rucksäcke auch Namen, und aus jedem Rucksack würde das Lieblingskuscheltier des Kindes hinaus in die Weltgeschichte schauen.
Schon bald nach Löschen des Lichtes beginnt ein lautes Schnarchkonzert. Aber heute stört es mich nicht. Vielmehr rundet es einen vollkommenen Pilgertag bestens ab.
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Reichhaltig wie beim Abendbrot ist am nächsten Morgen auch der Frühstückstisch gedeckt. Höhepunkt ist ein gekochtes Ei für jeden Pilger. Während wir aufräumen, stößt Pilger Bernd zu uns. Aus Interesse am Staffelpilgern möchte er den Sonntag zum Wandertag machen und mit uns die Etappe nach Königsbrück pilgern. Wir verstehen uns gut und stellen freudig fest, dass wir aus der gleichen Heimat stammen. Bernd lebt in Dippoldiswalde, südlich von Dresden, wo ich auf das Gymnasium gegangen bin.
Auf den Spuren der Jakobsmuschel
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Auf dem ersten Wegstück gehe ich voraus, um das Staffelpilgern fotografisch und mit einem Video zu dokumentieren. Das Wetter zeigt sich erneut von seiner schönen Seite, ich unterhalte mich viel und tiefgründig mit Bernd, in Nebelschütz halten wir vor der Kirche zu einer kurzen Verschnaufpause. Soeben verlassen die Einwohner nach dem Gottesdienst die Kirche, ziehen aber geschlossen mit Gesang in Richtung Friedhof weiter, um dort für die Toten zu beten.
Auf dem Weg nach Kamenz schreibe ich mit Sylvia, der Verantwortlichen für die Herberge auf dem Hutberg, SMS. An der Kamenzer Kirche möchte sie uns empfangen und etwas in das „Goldene Buch“ eintragen.
Am Ortseingang der Stadt beobachten uns neugierige Kinder.
„Was macht ihr denn hier?“, fragt ein aufgewecktes Mädchen Antoine.
„Wir wandern. Jeden Tag“, antworte ich für den Franzosen.
„Und warum wandert ihr?“, löchert uns die Kleine weiter.
Ich überlege kurz, eine passende, kindgerechte Antwort zu finden. Dann sage ich mit einem Zwinkern: „Weil wir ein ganz kleines bisschen verrückt sind.“
Das Mädchen lacht. Ein schöneres Lachen kann es an diesem Sonntag für mich nicht geben.
Gleich geschafft!
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Noch ein paar Treppenstufen, dann erreichen wir den abgesprochenen Treffpunkt. Sylvia und ihre Tochter, die fotografieren wird, begrüßen uns sehr herzlich und sind überrascht, dass wir so viele Pilger sind. Wir suchen uns einen Platz an der Kirche mit Bänken und schöner Aussicht und nach drei Jahren Pilgerei erfahre ich von Antoine, wie man seinen Rucksack eigentlich am besten tragen sollte. Ich übersetze seine Anleitungen für Sonja und wende das Gelernte anschließend sogleich auf Frieder an. Nun trägt er sich tatsächlich viel leichter.
Neben dem Eintrag im Pilgerbuch werden wir auch mit einem Beutel Kamenz beschenkt. Er ist gefüllt mit Informationen über die Lessingstadt, Schokolade, Obst, Brötchen und einer typischen Kamenzer Wurst, was wir uns bei der Mittagsrast auf dem Hutberg teilen wollen.
Eine Tüte Kamenz zum Mitnehmen
Im Zentrum verabschieden wir uns von Sonjas Vater. Anschließend erklimmen wir den Hutberg auf einem zwar steilen, aber hübschen Weg zwischen Rhododendronbüschen und gönnen uns oben im Sonnenschein die wohlverdiente Mittagsrast. Der Nachtisch ist ganz besonders nach meinem Geschmack: ein leckeres Bonbon im Muschelformat.
Der Weg Richtung Schwosdorf verläuft zunächst wieder bergabwärts, danach kurz am Straßenrand, bis er in Feld- und Wanderwege übergeht. Mittlerweile ist es auch richtig warm geworden. Schwosdorf erneut durch einen traumhaften Wald verlassend, schließe ich mich mit Sonja zusammen. Sind wir zuvor nicht wirklich miteinander ins Gespräch gekommen, unterhalten wir uns nun über das Pilgern, Beweggründe und Erfahrungen dazu, und über andere Dinge, die uns wichtig sind und miteinander verbinden. Es tut gut, sich mit einer Gleichaltrigen auszutauschen, und es ist besonders schön für mich, dass unsere Gespräche auf einer sehr vertrauensvollen Ebene stattfinden.
Fünf Kilometer bleiben uns von Reichenau bis Königsbrück. Weil wir bereits müde sind, legen wir in der dortigen, ebenfalls sehr schönen und liebevoll eingerichteten Herberge, noch einmal eine Pause ein. Wir trinken Kaffee, essen Schokolade; Bernd und ich kühlen uns in der Pulsnitz die Füße und werden vor dem Aufbruch mit Äpfeln beschenkt. Auf unserem weiteren Weg folgen wir einer Variante an der Pulsnitz und genießen noch einmal prächtige Natur.
Eine Stunde vergeht, dann erreichen wir das Ortseingangsschild von Königsbrück.
Willkommen
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Ein ungeheurer Appetit auf Eis regt sich in mir. Hoffentlich gibt es im Zentrum irgendwo ein nettes Café für uns müde Pilger.
In der Tat landen wir in einer Pizzeria, setzen uns in ihren Außenbereich und treffen bekannte Pilgergesichter. Jeder bestellt sich etwas zu essen oder zu trinken. Mein Eis muss warten, da ich noch in das „Goldene Buch“ schreiben muss, bevor mein Zug fährt.
Immer wieder versucht Julia, mich zum Weiterlaufen zu überreden. Gern würde ich, so liebend gern. Es macht mich selbst traurig, heute wieder nach Hause fahren zu müssen. Mittendrin im Pilgern und dann gleich wieder heraus. Umso dankbarer bin ich, in Königsbrück noch einmal meine Gefühle in Worte fassen und für alles danken zu dürfen. Das Schreiben tut mir so gut, dass ich nachher gar kein Eis mehr brauche.
Dann naht der Abschied. Wir umarmen uns, wünschen uns gegenseitig alles Gute. Zum Glück habe ich auf der Zugfahrt bis Dresden noch Pilger Bernd als Reisepartner. Kaum fährt der Zug ab, beginnt es zu regnen. Der Himmel weint die Tränen, die ich noch unterdrücke.
Weg ohne mich
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Die folgenden drei Tage quäle ich mich durch den Unialltag. Danach pilgere ich über das Himmelfahrtswochenende zum ersten Mal mit meinem Freund von Kleinliebenau bis nach Naumburg. Wir sind nun wenige Tage vor Sonja, Antoine und ihren wechselnden Pilgerkamaraden. Am Wegrand und in den Gästebüchern der Herbergen hinterlasse ich mehrmals kleine Grüße für sie und hoffe, ihnen damit eine Freude machen zu können.
Bis heute, Wochen nach dem Staffelpilgern, bin ich neben der schönen Erinnerung traurig, selbst nicht mehr dabei zu sein. Auf Bildern sehe ich alte und neue Behüter des Pilgerstabes. Sogar meine Pilgerfreunde Konrad und Monika aus Erfurt entdecke ich auf einem Foto der Homepage. In einem Zeitungsartikel lese ich, dass Antoine und Sonja noch immer gemeinsam wandern, und immer wieder denke ich mich zu ihnen, wo sie nun sind, wie es ihnen geht.
Nur langsam und mit der Zeit werde ich wohl von dem Projekt „Europa Compostela 2010“ loslassen können. Dabei ist es in diesem Jahr noch lange nicht vorbei mit der Pilgerei. Mein größtes Abenteuer folgt noch, nur noch knapp zwei Monate, dann geht es…
… das verrate ich Euch im Juli!
Denn das Pilgern lässt mich nicht los. Es lässt mich einfach nicht mehr los.
Gruß an die Staffelpilger












liebe Anika, nun verfolge ich ja schon seit längerem deine Pilgerreisenerzählungen. Vor kurzem lese ich früh unsre sächsische Zeitung und da ist ein Foto drin, ich denke “die kennst du doch”, da war ein Bild von euch Pilgern drin, als ihr in Kamenz ward und dich hab ich erkannt. Schade- nun lese ich, dass du in Schwosdorf wieder warst, hättest dich gemeldet, dann hätte ein Pflaumenkuchen auf dich gewartet…., ich würd mich echt darüber freuen, dich mal zum Kuchenessen einzuladen, auch wenn ich keine Herbergsmutter bin.
. liebe Grüße Heike
Hallo Annika,
Es ist für mich immer wieder aufbauend, Deine Berichte zu lesen.
Ich kann Die so sehr nachfühlen. Auch mich hat der Virus Caminiensis gepackt und lässt mich nicht mehr los.
Ich wünsche Dir alles Gute
Buen Camino und Ultreia
Andreas aus Mittelhessen
hallo Annika ,ich war auch um diese Zeit auf dem
ökumenischen Pilgerweg,allerdings ganz wenige Tage vor Euch .Denn Dietmar war da noch im Einsatz als hervoragender Hospitalero und Schloßführer.
Am übernächsten Morgen ging er nach Görlitz ,um den Stab ein Stück auf den Weg zu bringen .
Muß noch schnell sagen ,es war ein bitterkaltes Pilgern auf einem der schönsten Wege der caminos Santiago .
Solltest Du noch an einem schönen Weg Interesse haben ,ich empfehle Dir den Camino invierno .Er geht von Ponferrada nach SdC. Mein Sohn und ich waren im Juli dort .
7 Tage keinen Pilger gesehen ,da alle sich auf den Camino frances stürzten . Die Landschaft ein Traum .
Schau mal ins Internet .Es gibt nur wenig Infos ,aber es lohnt
Ultreia Hermann
Hallo Annika!
Ich war auch dabei. Mit Antoine und weiteren Franzosen zuerst als einziger aus Deutschland (später kam durch mich auch noch Hans Oberberger aus Ebersberg dazu) lief ich von Cluny bis Pamplona mit dieser Gruppe. Ich war Ende Mai von meinem Wohnort Oberrot bei Schwäb.Hall aus losgewandert und war fast immer allein bis Taizee bei Cluny gekommen. Im Elsaß hatte ich von Europa Compostela 2010 gehört und suchte den Kontakt dazu. Antoine verließ uns in Le Puy und fuhr heim um die Weiterreise ab den Pyrenäen zu organisieren. Er kam in Osterabad wieder dazu und lief ab da bis zum Ende nach Santiago. In Frankreich war alles hervorragend organisiert und mit viel Engagement und Begeisterung waren alle dabei. Das alles war ab der Grenze in Spanien zu Ende. Es gab keine Unterhaltungen mehr und fast keine örtlichen Tages- oder Etappenpilger aus Spanien für die Bourdons. Es war sogar versucht worden, den Franzosen ihre Stäbe wegzunehmen. Wegen diesen Querelen verließen Hans und ich die Gruppe und liefen allein weiter. Seit dem 2. 10. bin ich wieder zu Hause und versuche in Erfahrung zu bringen, was aus dieser so großartigen Idee der Franzosen geworden ist.
Günter
Liebe Annika,
ich bin die Monika – Mitglied der elsässischen Pilger, den
St. Jacquaires d ‘Alsace.
Und wir haben Deinen Stab durch das Elsass getragen.
Von den Pfälzern übernommen am 10. Juni 2010.
Mit Antoine zusammen und hatten viel Freude und Spass.
An einem Tag war ich auch Stabträgerin und dies hatte mich sehr stolz gemacht.
Ich wünsche ein gesundes Jahr 2012 und Buen Camino y Ultréia
Monika